Die FH Salzburg und die Machine Automation Division von ABB (B&R) haben gemeinsam eine Patentanmeldung im Bereich KI-basierter Energieeffizienz in der Industrieautomatisierung eingereicht. Die Innovation entstand im Josef Ressel Zentrum für Intelligente und Sichere Industrieautomatisierung (ISIA) und zeigt eindrucksvoll, wie erfolgreich angewandte Forschung und industrielle Praxis zusammenwirken können.

Im Mittelpunkt der Entwicklung steht ein neuartiger Ansatz zur energieoptimierten Bewegungssteuerung von Antriebssystemen – etwa in Robotern, Werkzeugmaschinen oder automatisierten Produktionslinien. Während klassische Regelungsverfahren auf exakten mathematischen Modellen basieren, setzt der neue Ansatz auf Methoden der Künstlichen Intelligenz, insbesondere Reinforcement Learning. Ein lernender KI-Agent optimiert Bewegungsabläufe direkt am realen System und passt seine Steuerung adaptiv an reale Energieverluste an – ohne vollständiges Systemmodell.
Ein wesentlicher Innovationsbeitrag liegt dabei in einer neuen mathematischen Konstruktion der Lernstrategie, die bestehende Reinforcement-Learning-Verfahren deutlich beschleunigt und deren Praxiseinsatz in industriellen cyber-physischen Systemen ermöglicht.
Auch für den Forschungs- und Technologiestandort Salzburg ist die Entwicklung ein starkes Signal. Die zugrunde liegende Forschung wurde bereits 2020 im EU-Interreg-Projekt KI-Net initiiert und seit 2022 im Josef Ressel Zentrum ISIA gemeinsam mit den Industriepartnern ABB (B&R), COPA-DATA und SIGMATEK weiterentwickelt.
Zusätzliche internationale Aufmerksamkeit erhielt das Projekt durch die Annahme des wissenschaftlichen Papers „Chebyshev Policies and the Mountain Car Problem: Reinforcement Learning for Low-dimensional Control Tasks“ bei der renommierten International Conference on Machine Learning (ICML) 2026. Der Beitrag wurde dort als oral Spotlight-Paper ausgezeichnet – eine Auszeichnung, die nur rund 2,2 Prozent aller Einreichungen erhalten.
Die gemeinsame Patentanmeldung unterstreicht die Bedeutung langfristiger Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und zeigt, wie gezielte Forschungsförderung nachhaltige Innovationen mit internationaler Sichtbarkeit hervorbringen kann.
